Archivar

Studium ( FH/Universität)

Verwaltung

Als Archivar sicherst du Schriftgut aus verschiedensten Quellen und machst es für die Nachwelt zugänglich. Die meisten Archive sind dafür zuständig, Schriftgut aus der öffentlichen Verwaltung zu übernehmen, es gibt aber auch private Archive, z.B. von Unternehmen. Du leistest also einen wichtigen Beitrag dazu, aktuelles und vergangenes Geschehen authentisch abzubilden und so eine Grundlage für die Forschung zu schaffen. Der Beruf ist gut geeignet für Leute mit großem historischen Interesse, die gerne strukturiert arbeiten. Archivwesen kann man entweder studieren (z.B. an der Fachhochschule Potsdam, Archiv B.A.) oder eine Ausbildung für den mittleren (FaMi Archiv) oder den gehobenen Dienst (Archivinspektoranwärter) machen. Auch ein Masterabschluss und somit die Möglichkeit, in den höheren Dienst zu gelangen, ist möglich.


Kommentare

11.06.2020

Ich wollte immer etwas "mit Geschichte" machen, aber auf keinen Fall Lehrer werden oder direkt Geschichte studieren, da war mir die Wahrscheinlichkeit zu hoch, am Ende keinen Job zu bekommen. Als Archivar habe ich jetzt jeden Tag Originaldokumente zu den verschiedensten Themen in der Hand, das verschafft einem einen ganz anderen Zugang zu geschichtlichen Themen. Außerdem ist der Beruf sehr vielfältig, wobei das natürlich immer davon abhängt, wo man arbeitet. Mein Tag besteht aus Recherchen für Benutzer, der Erschließung von Archivgut, damit es danach genutzt werden kann, dem Dienst im Lesesaal und dabei der Beratung von Benutzern, organisatorischen Aufgaben wie dem Erarbeiten von Konzepten für verschiedene Themen und der Durchführung von Projekten. In anderen Archiven kommen auch noch Aufgaben wie die Öffentlichkeits- und Historische Bildungsarbeit dazu, ein Bereich, den ich auch unheimlich spannend und wichtig finde. Viele Stellen gibt es im öffentlichen Dienst, was mir durchaus entgegen kommt. Ein sicherer Arbeitsplatz und ein festes Gehalt, das immer pünktlich eintrifft, hat doch was für sich. :)

Man sollte bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, im öffentlichen Dienst zu landen, der hat bekanntermaßen so seine Macken. Wenn man Pech hat, muss man etwas länger nach einer passenden Stelle suchen, leider wird auch im ÖD viel mit befristeten Verträgen gearbeitet. Wenn man es schafft, einen Ausbildungsplatz zu finden, hat man natürlich bessere Chancen. Bei einem Studium unabhängig von einer bestimmten Behörde gehört - wie immer - etwas Glück dazu. Problematisch finde ich den sehr hohen Altersdurchschnitt in vielen Archiven, da wird in den nächsten Jahren viel Wissen verloren gehen, wenn die "Alten" in Rente gehen. Aber immerhin hat das den Vorteil, dass bald wieder mehr Stellen ausgeschrieben werden.