RequisiteurIn

verschiedenste Wege

Theater

Als RequisiteurIn ist man für das bereitstellen der „kleinen Dinge“ zuständig. Alles was ein Darsteller auf der Bühne in der Hand hat, hatte zuerst der/die RequisiteurIn in der Hand. Das geht vom Zahnstocher bis zur Zimmerpflanze (in manchen Theatern gehören auch Möbel zur Requisite). Zu Beginn der Probenzeit (wenn die Schauspieler anfangen für das Stück zu Proben) erhält man von Regieteam (RegisseurIn und AustatterIn) eine Liste mit -möglichst- allen Requisiten, die sie gerne zum Proben nutzen/ausprobieren möchten. Während des Probenprozesses kommen meist noch weitere Requisiten hinzu, manche werden aber auch nicht gebraucht und fallen weg. Sobald Regieteam und Darsteller einmal durch das gesamte Stück durch sind, gibt es eine Besprechung mit dem Regieteam, in der wird genau festgelegt, was gebraucht wird, wie viel, wie es aussehen soll und wo es eingerichtet wird (auf der Bühne direkt oder auf eine der Seitenbühnen, so dass die Darsteller es selbst mitnehmen). Nach der Besprechung gilt es nun die Originalrequisiten zu beschaffen (z.b. ein Telefon mit Wählscheibe o.ä.) dafür hat man einerseits einen möglichst gut gepflegten Fundus, andererseits kann man auf Flohmärkten oder im Internet suchen. Nach Möglichkeit sollten die Originalrequisiten bis zur Fotoprobe alle da sein, damit die offiziellen Stückfotos möglichst stimmig sind. Bei den Proben und ab der Premiere bei allen Vorstellungen gilt es die Requisiten einzurichten und nach der Probe/Vorstellung einzusammeln und zu verpacken, um sie beim nächsten mal wieder bereitlegen zu können. Außerdem gehört zur Arbeit eines Requisiters/einer Requisiteurin spezielle Requisiten selbst herzustellen (nicht alles lässt sich kaufen), sowie den Fundus zu pflegen (Requisiten von vergangenen Stücken in den Fundus zu räumen, möglichst Ordnung zu halten). Um den Beruf des Requisiteurs ergreifen zu können, kann man an vielen Theater eine Weiterbildung machen, dazu hilft es wenn man zuvor eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen hat (z.b. Tischler oder auch Fachkraft für Veranstaltungstechnik), je nach Vorausbildung benötigt man 1-3 Jahre für die Weiterbildung. Hat man keinerlei Vorausbildung muss man 5 Jahre Berufspraxis als RequisiteurIn nachweisen können. P.s. die Einzahl von Requisiten lautet „ein Requisit“ und nicht „eine Requisite“ (eine Requisite ist die Abteilung an sich ;) )


Kommentare

11.06.2020

- Theaterstücke gleichen sich selten, daher kann man sehr kreativ sein - Ich liebe Vorstellungen zu betreuen und für die Darsteller da zu sein (genau zu sehen wenn jemand ein Requisit braucht und es ihm ggf anzureichen) - Der Arbeitsplatz Theater ist voll von liebenswerten Menschen

- Die Bezahlung ist an den meisten Theater nicht so gut - Arbeitszeiten sind sehr unterschiedlich (früh, spät, auch Wochenende), aber daran kann man sich gewöhnen, aber man hat wenige Planungsmöglichkeiten, wenn Vorstellung ist, muss man arbeiten (auch wenn dann ne Familienfeier ansteht o.ä.) - Requisiten Abteilungen sind oft unterbesetzt - manche Abteilungen wälzen ihre Arbeit gern auf die Requisite ab, weil das Arbeitsfeld eh sehr weit gefasst ist